EUROPA-TEMPEL "Glyptothek Etsdorf"

Beitrag BR Capriccio 7.5.2026

Der EUROPA-TEMPEL „Glyptothek Etsdorf“ ist ein kollektives Gemeinschaftswerk, ein Baukunstwerk von Bürgern für Bürger: Symbol für Bürgersinn, 2500 Jahre Demokratie und für den europäischen Gedanken. Der Europagedanke erneuerte sich nach den Erfahrungen im zweiten Weltkrieg. In einer zukünftigen europäischen Gemeinschaft sollte es keine Unterdrückung von Minderheiten oder bewaffnete Konflikte mehr geben. Gemeinsamkeiten der Europäer in Geschichte und Kultur sollten verstärkt ins Bewusstsein der Menschen gerufen werden. Das Motiv der klassisch-antiken Säulenhalle wird in Form eines Hains aus 47 Säuleneichen aufgegriffen, stellvertretend für die 47 Länder des Kontinents Europa. Das Projekt nimmt Bezug zum Aphaia-Tempel auf der griechischen Insel Ägina, zur  Glyptothek München, zur Ruhmeshalle in München und zur Walhalla in Regensburg. Träger des Projektes ist die „Stiftung Glyptothek Etsdorf Oberpfalz“. Der „Verein der Freunde der Glyptothek Etsdorf“ unterstützt die Realisierung, den Unterhalt und den Betrieb.
Der EUROPA-TEMPEL „Glyptothek Etsdorf“ wurde durch das  LEADER-Programm, private Sponsoren, Baumpaten, Paten von „Bausteinen der Demokratie“ und ehrenamtliche Helfer ermöglicht. Der EUROPA-TEMPEL und das EUROPA-MUSEUM in Etsdorf sind Kunstorte zum Thema Europa. Initator und Spiritus rector ist der Künstler Wilhelm Koch.

Tempel und Museum erfüllen mehr als eine historische oder kulturelle Funktion – beide sind Orte der Selbstvergewisserung, der Reflexion und der Zukunftsgestaltung. Der „europäische Gedanke“ steht für Werte wie Frieden, Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und kulturelle Vielfalt. Diese Ideen sind Ergebnis jahrhundertelanger Konflikte, Entwicklungen und gemeinsamer Lernprozesse. Ein Tempel und ein Museum, welche diesen Gedanken in den Mittelpunkt stellen, machen diese komplexe Geschichte sichtbar und erfahrbar. Europa ist geprägt von einer Vielzahl an Sprachen, Traditionen und historischen Erfahrungen. Deshalb ist es wichtig, die verbindenden Elemente hervorzuheben: die philosophischen Wurzeln der Aufklärung, die Lehren aus den Weltkriegen oder die Entstehung von Kooperation und Integration. Tempel und Museum können diese Zusammenhänge auch auf dem Feld der Bildenden Kunst vermitteln und so ein Gefühl für die gemeinsame Verantwortung schaffen. Gerade heute ist die Aktualität des Etsdorfer Tempels und Museums hoch. In Zeiten von Populismus, wachsendem Nationalismus und gesellschaftlicher Polarisierung geraten die Grundwerte Europas unter Druck. Tempel und Museum können hier als Bildungs- und künstlerischer Begegnungsort wirken. Sie laden mit Ausstellungen und Programm ein, über die Frage nachzudenken, wie Europa in den kommenden Jahrzehnten aussehen soll. Sie können Impulse geben, Visionen und Perspektiven für die Zukunft eröffnen.

 

Flug über den Europa-Tempel, September 2026, von Andrea Schlosser

Europa Tempel Etsdorf - Mother Europe


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"Friedenstaube" von Torsten Mühlbach und Gregor Passens

Friedenstaube beim Europa-Tempel Etsdorf


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Die „Friedenstaube” versteht sich als sichtbares, poetisches Zeichen für Frieden, Hoffnung und Verantwortung. Mit einer Höhe von 5 Metern, einer Breite von 4,50 Metern und einer Tiefe von 4,50 Metern entfaltet sie eine starke physische Präsenz und tritt bewusst in Dialog mit ihrer jeweiligen Umgebung. Erstmals realisiert für das Winter-Tollwood-Festival 2025 auf der Theresienwiese in München, ist die Friedenstaube in Etsdorf nun ein Duplikat, das dauerhaft hier bleibt. Gefertigt ist die Skulptur aus Spiegel-Alu-Dibond, einem Material, das je nach Lichtsituation sehr unterschiedliche visuelle Eindrücke erzeugt. Bei Tageslicht reflektiert die Oberfläche Himmel, Wolken, Vegetation sowie die Bewegungen der Menschen. Die Taube scheint ihre Umgebung aufzunehmen und wird selbst Teil des Raumes. Die Friedenstaube steht für den Wunsch nach Frieden, für Dialog und für ein gemeinsames Verantwortungsgefühl in einer Zeit globaler Krisen. Durch ihre Größe und Materialität wirkt sie nicht monumental im Sinne von Macht, sondern im Sinne kollektiver Aufmerksamkeit. Die Spiegelung bindet den Betrachter unmittelbar ein: Jede Person wird Teil des Werkes. Frieden erscheint hier nicht als abstrakte Idee, sondern als etwas, das sich im eigenen Bild, im eigenen Handeln und im Miteinander manifestiert.
Diese Friedenstaube wurde von seiner Familie zum Gedenken an den im Jahr 2025 verstorbenen Christoph Grosspeter gestiftet. In seinem Sinne steht sie als Zeichen für Frieden, ein geeintes Europa und die Verständigung zwischen den Menschen  –  
Werte, die ihm zeitlebens besonders wichtig waren.