Glückliches Europa
Zeichnung: Hans Lankes Regensburg;
Idee und Realisierung: Stiftung Glyptothek Etsdorf Oberpfalz, Wilhelm Koch
Trotz der vielfältigen Herausforderungen, denen die 47 Länder Europas gegenüber stehen, gibt es einen gemeinsamen Nenner, der uns alle vereint: unsere gemeinsame Identität als Europäerinnen und Europäer. Die überdimensionale Silhouette „Glückliches Europa” ist ein weithin sichtbares Symbol, diese Identität zu bewahren und zu stärken, indem wir uns den Herausforderungen gemeinsam stellen und nach Lösungen suchen, die für alle von Nutzen sind. Der EUROPA-TEMPEL und das EUROPA-MUSEUM bieten vielschichtige künstlerische Sichtweisen auf Europa und seine Zukunft. Wir laden dazu ein, über Grenzen hinweg zu denken, sowohl geografische als auch kulturelle, und sich gemeinsam für eine bessere Zukunft einzusetzen.
„Glückliches Europa“ – ein völkerverbindendes, transnationales Symbol für die Bürger Europas, auf der Bergkuppe beim EUROPA-TEMPEL, in Sichtweite der Europastraße E50. Die Silhouette aus gelb lackiertem Stahl und den blauen Sternen des Himmels, soll einmal über 10 Meter hoch sein.
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Europa in Bayern,
Bayern in Europa
Glückliches Europa – Eine europäische Landmarke der Völkerverständigung
Mit dem Projekt „Glückliches Europa“ entsteht auf dem Gelände des EUROPA-TEMPELS in Etsdorf eine weithin sichtbare Landmarke, die den europäischen Gedanken in künstlerischer Form zum Ausdruck bringt. Die rund 15 Meter hohe Stahlskulptur soll auf der Bergkuppe des „Alten Bergs“ errichtet werden – und ist bereits aus großer Entfernung sowie von der Europastraße E50 (A6) aus sichtbar.
Europa als Idee
Europa ist eine Idee, die über mehr als zweieinhalb Jahrtausende gewachsen ist. Eine – auch wenn wir das zu oft vergessen – gemeinsame geistige Landschaft. Gerade heute besitzt diese Idee neue Aktualität. Krieg auf europäischem Boden, gesellschaftliche Polarisierung, Nationalismus, globale Krisen und der Klimawandel stellen Europa vor Herausforderungen, die kein Land allein bewältigen kann. Kunst kann hier Orientierung geben, Räume der Begegnung schaffen und den Blick auf das Gemeinsame richten.
Ein Ort der europäischen Kultur
Mit dem EUROPA-MUSEUM, dem EUROPA-TEMPEL und der Landmarke „Glückliches Europa“ entsteht in Etsdorf derzeit ein ganz außergewöhnliches Kulturensemble. Der Titel „Glückliches Europa“, den der Regensburger Künstler Hans Lankes seiner Skulptur gegeben hat, formuliert eine Hoffnung. Er erinnert an die antike Vorstellung der Eudaimonia – des gelingenden Lebens. Für die Philosophen Griechenlands, vor allem für Aristoteles, bedeutete Glück nicht Reichtum oder Macht, sondern ein Leben in Freiheit, Gerechtigkeit, Verantwortung und Gemeinschaft. In diesem Sinne steht „Glückliches Europa“ für einen Kontinent, dessen Zukunft nicht allein durch wirtschaftliche Stärke bestimmt wird, sondern durch seine gemeinsame Kultur: seine humanistischen Werte.
Kunst als europäische Sprache
Die Skulptur greift einen der ältesten Mythen Europas auf: die Geschichte der phönizischen Königstochter Europa, die auf dem Rücken des Stiers über das Meer nach Kreta getragen wird. Seit der Antike steht diese Erzählung für Aufbruch, Begegnung und kulturellen Austausch.
Die monumentale, gelb leuchtende Silhouette symbolisiert diese europäische Idee. Zugleich greift die Skulptur das Motiv der Europaflagge auf und interpretiert es auf originelle Weise neu: Die zwölf Sterne sind aus der Stahlfläche herausgeschnitten und durch die Öffnungen wird das Blau des Himmels sichtbar. Licht, Wolken und Jahreszeiten verändern das Erscheinungsbild – und der Himmel selbst wird Teil des Kunstwerks.
Die zwölf Sterne stehen nicht für die Zahl der Mitgliedstaaten, sondern für Vollkommenheit, Einheit und Gemeinschaft. In Etsdorf werden sie nun zu Fenstern in den Himmel. Bereits seit 2024 empfängt eine lebensgroße Version der Skulptur die Besucherinnen und Besucher des EUROPA-MUSEUMS Etsdorf. Die geplante Großplastik entwickelt diese Idee nun konsequent weiter.
Während die Monumente des 19. Jahrhunderts häufig nationale Größe oder militärische Siege feierten (oder etwa die Freiheitsstatue zum Symbol individueller Freiheit wurde), setzt die Landmarke in Etsdorf einen neuen Akzent: Sie versteht sich als Denkzeichen für Frieden, kulturelle Vielfalt und die gemeinsame europäische Verantwortung. Gemeinsam mit dem EUROPA-MUSEUM und dem EUROPA-TEMPEL entsteht dabei ein Ensemble, das Architektur, Skulptur und Landschaft zu einem kulturellen Gesamtkunstwerk verbindet.
Europa in Bayern – Bayern in Europa
Der Standort besitzt eine besondere Symbolkraft. Die Landmarke erhebt sich in Sichtweite der Europastraße E50, einer der bedeutendsten Ost-West-Verbindungen des Kontinents. Sie führt vom Atlantik bis zum Kaspischen Meer und verbindet Städte wie Brest, Paris, Nürnberg, Prag und viele weitere Orte Europas. Seit Jahrhunderten bewegen sich entlang dieser Wege Menschen, Waren, Ideen und Kulturen. Die Europastraße E50 durchquert die Oberpfalz bzw. den Landkreis Amberg-Sulzbach.
Die europäische Hymne als geistiger Hintergrund
Die Idee eines friedlichen Europa findet ihren vielleicht schönsten Ausdruck in Friedrich Schillers „Ode an die Freude“, die Ludwig van Beethoven im Schlusschor seiner Neunten Sinfonie vertonte. Dass diese Melodie heute die Hymne Europas ist, verweist auf den humanistischen Kern der europäischen Einigung. Schillers Vision einer Gemeinschaft freier und gleicher Menschen gehört zu den geistigen Fundamenten Europas. Auch das Skulptur-Projekt „Glückliches Europa“ versteht sich als Ausdruck dieser Hoffnung.
Ein Zeichen für die Zukunft
Kunst besitzt die Kraft, Fragen sichtbar zu machen. Sie eröffnet Räume der Begegnung und des Nachdenkens. „Glückliches Europa“ versteht sich als Einladung: Das Projekt lädt Menschen unterschiedlicher Herkunft dazu ein, über die gemeinsamen Grundlagen Europas nachzudenken: über Frieden, Freiheit, Demokratie, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und kulturelle Vielfalt.
Die Stiftung Glyptothek Etsdorf und der Verein der Freunde der Glyptothek
Etsdorf e.V. verstehen das Projekt als langfristigen Beitrag zur europäischen
Erinnerungskultur und zur Verständigung der Völker. Die Landmarke soll nicht nur ein Kunstwerk sein, sondern ein identitätsstiftender Ort – offen für Besucherinnen und Besucher aus Bayern, Deutschland und ganz Europa. Ein sichtbares Bekenntnis zu einem Europa des Friedens, der Humanität und der gemeinsamen Verantwortung – ein Zeichen der Hoffnung, das ganz weit über die Grenzen der Oberpfalz hinausweist.